Die Spontanmutation, die zu den typischen Locken im Fell der Cornish Rex führte, kam innerhalb weniger Jahre gleich zweimal vor: einmal in Deutschland im Jahre 1946 und vier Jahre später in England. In Deutschland wurden die Jungtiere von den Züchtern zunächst nicht weiter beachtet, während die englischen Züchter die neue Eigenschaft des Lockenfells sofort erkannten und das Jungtier Kallibunker mit seiner Mutter rückkreuzten. Nachdem sich die neue Rasse gefestigt hatte, verbreitete sie sich in den nächsten Jahrzehnten schnell über die ganze Welt. Den Namen Cornish erhielt die Rasse nach dem Geburtsland des ersten Wurfs, dem englischen Cornwall. Der Name Rex stammt aus der Kaninchenzucht: Dort werden die Tiere mit gelocktem Fell als Rex bezeichnet. Heute werden Rex-Katzen in mehr als 30 ein- und zweifarbigen Fellzeichnungen gezüchtet, darunter shaded und gestromt
Die Paarung eines wildlebenden Katers mit einer streunenden Hauskatze 1960 in einer verlassenen Zinnmine im englischen Devon hatte weitreichende Folgen. Ein Jungtier aus dem Wurf der Hauskatze hatte ein auffällig gelocktes Fell. Kirley, wie es genannt wurde, wurde mit dem Cornish-Rex-Kater Kallibunker gekreuzt, aber deren Jungtiere bekamen alle wieder die normalen glatten Haare. Der Wurf bestätigte, daß es sich bei den Locken um eine genetische Mutation handeln mußte, und die neue genetische Eigenschaft wurde gezielt weitergezüchtet. Die neue, stark gelockte Katzenrasse wurde herkunftsgemäß Devon Rex genannt, und es gibt sie heutzutage in allen anerkannten Kurzhaarfarben, wobei die Variante mit weißem Fell und goldfarbenen Augen bei weitem die populärste ist
Die schlanken gefleckten Katzen, die auf Tempelreliefs und Papyrusrollen der Pharaonenzeit abgebildet sind, inspirierten Katzenzüchter im späten 19. Jahrhundert zur Nachzucht. Aus den Straßenkatzen, wie sie im heutigen Ägypten zu finden sind und die im Erscheinungsbild der Ur-Mau oder Ur-Katze gleichen, züchtete man die Egyptian Mau oder Ägyptische Mau, die seit den 60er Jahren offiziell anerkannt ist. In England versuchte man dagegen eine Rückzüchtung mit Siamkatzen, aus der schließlich die Oriental Spotted Tabby, eine anerkannte Kurzhaar-Rasse hervorging.Die Ägyptische Mau gibt es bislang nur in drei Farben: Gold, Silber und Shaded Black Smoke
Die Exotic Kurzhaar ist im Grunde die kurzhaarige Version der modernen Perserkatze. Die Rasse stammt aus Kreuzungen zwischen Perser- und American Shorthair-Katzen. Nachdem sie auf Ausstellungen lange Zeit als nicht reinrassige Hauskatze galt, wurde ihr Ende der 60er Jahre der begehrte Rassestatus zuerkannt. Einige Zeit lang wurde diese neue Rasse noch mit der Burma gepaart, um deren besonderes Fell einzukreuzen. Inzwischen hat sich die Exotic Kurzhaar jedoch als Rasse stabilisiert.Das extrem dicke, flauschige Fell der Exotic Kurzhaar ist etwas länger als das der anderer Kurzhaarkatzen. Es kommt in allen anerkannten Perser- und Kurzhaarfarben vor.
In Thailand wurden früher dunkelbraune Katzen zum Schutz gegen böse Geister gehalten und folglich hochgeschätzt und entsprechend verehrt. Diese Katzen hatten große Ähnlichkeit mit den heutigen Burmakatzen, zum Teil auch mit den dunkel-pigmentierten Siamkatzen. In den fünfziger Jahren versuchten englische Züchter diese braunen Katzen wiederzuzüchten und kreuzten Seal-Point-Siamkatzen mit schwarzen Hauskatzen. Einem Wurf dieser Paarungen entspringt auch der Stammkater der heutigen Orientalisch Kurzhaar — ein schwarzbrauner Kater. Die Orientalisch Kurzhaar hatte entsprechend ihrer Fellfarbe zunächst viele verschiedene Namen: Schwarze Tiere wurden Ebony, lilacfarbene Lavender, dunkelbraune Tiere wurden Havanna genannt. In Amerika hat sich der schokoladenbraune Typ zu einer speziellen Rasse, der Braunen Havanna entwickelt, deren Kopf etwas länger als breit ist. Sie ist besonders anhänglich, fürsorglich und sehr intelligent
Die ursprünglichen Scottish Fold-Katzen waren alle kurzhaarig, müssen aber das Langhaar-Gen schon in ihrer Erbanlage gehabt haben, da in einigen Würfen überraschend auch langhaarige Jungtiere erschienen. Durch Einkreuzen von Britisch Kurzhaar-Rassen konnte diese Anomalie stabilisiert werden und sich etablieren, auch wenn sich lange Zeit Widerstand gegen eine Anerkennung gebildet hatte. Inzwischen ist die Scottish Fold (Langhaar) oder Highland Fold, wie sie auch genannt wird, bei den meisten Katzenzüchtern akzeptiert. Das Fell hat die gleiche Zeichnung wie die kurzhaarige Scottish Fold und, mit Ausnahme von Chocolate, Lilac und Himalayan, sind alle Farben erlaubt.
Anders als die meisten Katzenrassen ist die Colourpoint nicht durch Zufall, sondern durch ganz gezielte Zuchtbemühungen entstanden. Zwei Mitarbeiter der medizinischen Fakultät der Harvard-Universität kreuzten Perser und Siamkatzen, um eine langhaarige Maskenkatze mit der Körperform einer Perser zu schaffen. Der erste erfolgreiche Wurf gelang ihnen im Jahre 1935 und wurde schnell weltweit populär.In den USA und in einigen europäischen Katzenzüchter-Vereinen wird die Colourpoint auch Colourpoint Perser oder Himalayan genannt. Sie wird heute in allen Siamfarben gezüchtet, und die schokoladenbraunen oder lilacfarbenen Tiere sind auch als Kashmirkatzen bekannt.
Die Katzen mit dem buschigen, pomponähnlichen Stummelschwanz auf den Zeichnungen, Skulpturen und Fassaden Japans galten schon im 11. Jahrhundert als Glücksbringer und Zeichen der Gastfreundschaft. Die Mutation, die für diesen besonderen Schwanz verantwortlich ist, muß also schon vor langer Zeit aufgetreten sein. Trotz ihrer äußeren Ähnlichkeit ist die Japanese Bobtail nicht mit der schwanzlosen Manx-Katze verwandt. Das Fell der Bobtailkatze kann alle Farben außer Siamzeichnung und Ticking zeigen. Das sogenannte Mi-ke-Fellmuster der >>Glückskatzen<< Japans ist am begehrtesten. Es wird auch Calico-Muster genannt und besteht aus großen roten, weißen und schwarzen Flecken, die scharf voneinander abgegrenzt sind. Wenn er aufrecht getragen wird, erinnert der sehr buschige Schwanz der Bobtailkatze an den eines Kaninchens.
Einer Legende zufolge brachten Kreuzfahrer im frühen 14. Jahrhundert die Katzen mit dem silbrig schimmernden, blaugrauen Fell nach Frankreich mit. Sie lebten von da an unter der Obhut der Kartäusermönche in deren Klostergärten. Diese Rasse steht im Ruf, eine der ältesten der Welt zu sein. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten nur noch wenige reine Zuchtlinien dieser Rasse, doch konnte mit diesen die Zucht erfolgreich weitergeführt werden. In der Schweiz, in Belgien, Frankreich und Luxemburg ist die echte Kartäuserkatze heute noch sehr verbreitet, in anderen Ländern wurde sie durch die blaue Britisch Kurzhaar verdrängt. Doch im Gegensatz zu der britischen Rasse gibt es die Kartäuserkatzen ausschließlich in der Farbe Blau.
Wie die anderen ursprünglichen Thai-Katzenrassen ist auch die Korat bereits im berühmten Katzen-Gedichte-Buch aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. In ihrer Heimat wird sie Si-Sawat genannt und wird gerne als Glücksbringer in den Häusern und Palästen gehalten. Sie wurde deshalb wie ein Schatz gehütet und war ausschließlich königlichen Familien und Regierungsmitgliedern vorbehalten. Dadurch hielt sich die Verbreitung der Korat-Katzen in Grenzen, und so gelangten erst Ende der sechziger Jahre die ersten Tiere nach Europa und Amerika. Ihre Heimat, die thailändische Provinz Korat, gab ihr den Namen. Korat-Katzen sind noch immer selten und deshalb auch relativ teuer. Ihr unverwechselbares Fell ist silbergrau mit einem silbernem Ticking.

 

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